Ausbau der Schulsozialarbeit in Mittelsachsen gefordert

Veröffentlicht am 19.01.2014 in Kommunales

Die SPD-Kreisräte Dr. Simone Raatz (MdB) und Henning Homann (MdL) stellten Anfang November an die Landkreisverwaltung mehrere Fragen zur Schulsozialarbeit im Landkreis Mittelsachsen. Nach Auskunft des Landratsamtes wird Schulsozialarbeit / Kompetenzentwicklung derzeit nur an 19 von 28 Oberschulen, sieben Schulen zur Lernförderung, zwei Schulen für Erziehungshilfe, einem von fünf Gymnasien, einem von drei Berufsschulzentren sowie einer Berufsschule und berufsbildender Förderschule angeboten.

„Ziel muss es allerdings sein, allen Schülerinnen und Schülern in allen Schularten ein gutes Angebot an Schulsozialarbeit anzubieten. Die bisherigen Bemühungen müssen ausgebaut und finanziell besser gestellt werden“, erklären Raatz und Homann. „Wir fordern die Kreisverwaltung auf, ein Konzept zu erarbeiten, wie künftig an allen Schulen im Landkreis Mittelsachsen Schulsozialarbeiterstellen geschaffen werden können. Dafür könnten beispielsweise die Mittel genutzt werden, die durch die Einsparungen im Bereich Grundsicherung im Alter freiwerden“, so die Freibergerin Simone Raatz. Der Bund übernimmt seit 2014 die Kosten des Landkreises für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zu 100%, statt wie bisher nur zu 70%. Abschließend stellen Raatz und Homann fest, „die Förderung und Ausbildung von sozialen Fähigkeiten und das Erlernen von Kompetenzen zur Lösung persönlicher oder schulischer Probleme ist dringend notwendig, um die hohe Zahl der Schulabbrecher zu senken.“

Hintergrund

Die Schulsozialarbeit bzw. Kompetenzentwicklung wird derzeit noch von drei verschiedenen Rechtgrundlagen und Fördermittelregelungen finanziert:

Die klassischen Projekte der Schulsozialarbeit, werden durch Förderungen des Landes (Jugendpauschale), des Landkreises (Jugendhilfe) und der Schulträger (Kommunen oder Landkreis-Schulverwaltung) sowie mit Eigenmitteln der Träger finanziert. Sie sind in der Jugendhilfeplanung erfasst. Durch den Jugendhilfeausschuss wird allerdings eine jährliche Förderentscheidung getroffen. Demnach erhalten die neun beschäftigten Sozialpädagogen auch nur jährlich befristete Arbeitsverträge. Gefördert werden derzeit nur Schulen für Erziehungshilfen, Lernförderschulen und eine Oberschule in Döbeln. Dafür steht aktuell eine Summe von insgesamt 191.524 € in Mittelsachsen zur Verfügung.

Eine weitere Finanzierungsgrundlage ist das Programm „Chancengerichte Bildung - Schulsozialarbeit im Freistaat Sachsen“, das am 28. Februar 2014 ausläuft. Neben dem Sächsischen Sozialministerium wird das Projekt durch den Landkreis, die Maßnahmeträger und die Schulträger finanziert. Umgesetzt wird es nur an zwei Schulen in Mittelsachsen - durch den Deutschen Kinderschutz Bund Freiberg e.V. (DKSB FG) in der Oberschule „Clara Zetkin“ Freiberg und durch das Jugendzentrum Flöha e .V. an der Oberschule Flöha-Plaue.

Da lt. Landkreisverwaltung die Weiterführung der Projekte dringend erforderlich, aber noch nicht sicher ist, ob und in welcher Höhe der Freistaat die Weiterfinanzierung übernimmt, sind Aufwendungen des Landkreises in Höhe von 40.324 € in der Haushaltsplanung 2014 berücksichtigt, deren Freisetzung hänge von der Entscheidung des Landes zu Weiterförderung ab.

Noch ungewisser ist die Zukunft der Projekte der „Kompetenzentwicklung für Schülerinnen und Schüler“. Diese sind bis zum 31. Juli 2014 befristet und werden zu 100 % mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) über die Sächsische Aufbaubank (SAB) gefördert.

 

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