Franziska Maschek: Die „Neue“ aus Sachsen

Veröffentlicht am 19.12.2021 in Allgemein

Franziska Maschek

Carlo Hohenstedter

Es war der Morgen nach der Bundestagwahl Ende September 2021. Franziska Mascheck schaute stolz und etwas ungläubig auf die Wahlergebnisse der Website des Bundeswahlleiters. Die vierfache Mutter und Sozialarbeiterin für Jugendbeiligungsprojekte im ländlichen Raum sah, dass sie überraschend über die sächsische SPD-Landesliste in den 20. Deutschen Bundestag gewählt worden war. Von nun an wird sie die Menschen ihrer Region im "Hohen Haus", dem Deutschen Bundestag, vertreten. 

Als Direktkandidatin trat sie mit dem Slogan "Zuhören. Verstehen. Anpacken!" zuvor im Landkreis Leipzig zwischen Markranstädt, Wurzen, Pegau und Geithain als politische Quereinsteigerin an. Durch ihre lebendige, direkte und lebensnahe Art konnte die 42-Jährige die Wähler*innen südlich von Leipzig überzeugen. Um gut zehn Prozentpunkte steigerte die SPD in Erst- und Zweitstimme ihre Zustimmung im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Bisher war Franziska Mascheck außerhalb ihrer Kommune Frohburg, in der sie seit 2019 ehrenamtliche Stadt- und Ortschaftsrätin ist, politisch weniger bekannt. Umso größer ist die Freude, aber auch die Demut, nun Bundespolitik mitgestalten zu dürfen. 

Geboren in Dresden, wuchs Mascheck in der Uckermark auf. Nach 1990 erlebte auch sie die Wende- und Nachwendejahre mit all ihren Brüchen und Herausforderungen. Inmitten dieser unruhigen Zeit entschied sie sich für ein Ballett-Studium an der Palucca-Schule in Dresden. Tanz – das ist Kunst und Kreativität, zugleich aber auch Teamgeist, Kraft, harte Arbeit und Disziplin. Ihre Erfahrungen aus dieser Zeit prägen ihr Leben bis heute. 

Beruflich hoch qualifiziert, jedoch im Feld der Sozialen Arbeit, Kultur und Wissenschaft freiberuflich und oft prekär tätig sowie kinderreich waren sie und ihre Familie bisher oft auf Transferleistungen angewiesen. "Alle Unterstützungsleistungen, die man als Familie beantragen kann, haben wir auch beantragt", so die frisch-gewählte Abgeordnete heute. "Ohne Disziplin und Kreativität schafft man es in Deutschland als Großfamilie oft nicht über die Runden zu kommen. Genau deswegen wollte ich für eine gerechtere Familienpolitik eintreten, aber auch ländliche Kommunen stärken, damit diese mehr Geld zur Verfügung haben für all das, was die Gesellschaft zusammenhält: Menschen, die in Jugendclubs, Museen, gut ausgestatteten Kindergärten und Schulen, Vereinshäusern und Sportstätten wirken können." 

Neben dem Landkreis Leipzig betreut Franziska Mascheck, welche in einem Dorf südlich der Stadt Frohburg wohnt, für die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag auch den Landkreis Mittelsachsen. Von Vorteil bei solch einem großen Zuständigkeitsgebiet ist, dass ihre familiären Wurzeln ebenso über ganz Sachsen verteilt sind. In ihrer Familie war man Bergarbeiter, Eisenbahner und Dienstmädchen im Erzgebirge, Goldschmiedin, Lehrerin und Postbeamter in Meißen, Chemiker und Textilunternehmer in der Lausitz, Physiker oder Ingenieur und Ingenieurin in Dresden. 

Nicht nur ihre Familie war beruflich breit aufgestellt, auch Franziska Mascheck hat viel von der Welt gesehen. Nach dem Tanzstudium in Dresden zog es sie in die USA und anschließend nach Berlin. In der Hauptstadt sind ihre vier Kinder geboren. Dort begann auch ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Feld von Tanz, Theater, Sozialer Arbeit, Beteiligung und Inklusion. 

Jedoch zog es sie 2016 aufs Land und zurück zu den Wurzeln. "Als Großfamilie suchten wir einen guten Lebensraum zum Aufwachsen für unsere Kinder und entschieden uns, nach Sachsen zu ziehen – mit einem großen Projekt: ein fast verfallener Vierseitenhof, den wir mitten im Dorf und mit einem Verein wieder mit Leben füllen." 

Währenddessen schloss sie in Berlin ihr Bachelor Studium der Sozialen Arbeit ab und absolvierte im mittelsächsischen Mittweida ihr Masterstudium der Sozialen Arbeit. Kurz vor Beginn des Bundestagswahlkampfes gab der Tausendsassa erfolgreich und stolz seine Einser-Masterarbeit ab. 

Neben ihrer bisherigen Tätigkeit mit Jugendlichen und Kommunen in Beteiligungs-Projekten und der Forschungstätigkeit im ländlichen Raum engagiert Mascheck sich im Tourismusverein Borna/ Kohrener Land e.V. 

"Ich fühle mich wohl in meiner Heimat und bin stolz auf sie. Die Menschen aus Mittelsachsen haben es nicht weit ins Kohrener Land. Herzlich lade ich zu einem Besuch auf der Burg Gnandstein, dem Lindenvorwerk samt Minigolf und Irrgarten der Sinne sowie zum Kohrener Töpferhandwerk ein", so die Frohburgerin. 

Auch in der europäischen Städtepartnerschaft Kohren-Sahlis/Montottone (Italien), dem Bürgerverein JaLiMeu e.V., ihrem eigenem Verein KulturGut Linda e.V. und zivilgesellschaftlichen Netzwerken der Strukturwandel Region Mitteldeutschland ist die Sozialdemokratin unterwegs. 

Im Landkreis Leipzig ist ihr Hauptwahlkreisbüro in Borna, neben gemeinsamen Büros mit dem lokalen Landtagsabgeordneten Volkmar Winkler in Markkleeberg und Grimma. In Mittelsachsen unterstützt sie zudem das Freiberger SPD-Büro. Im Bundestag gehört Mascheck in der SPD-Fraktion der Landesgruppe Sachsen, der Landesgruppe Ost sowie der "Parlamentarischen Linken" an. 

Kontakt und weitere Informationen unter:

franziska.mascheck.wk@bundestag.de

https://franziska-mascheck.de

Foto: Sven Hagolani

 

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