Homann: „Auch HDJ-Nachfolgeorganisationen konsequent verfolgen“

Veröffentlicht am 31.03.2009 in Bundespolitik
Null Toleranz für Nazis

SPD-Landesvorstandsmitglied begrüßt HDJ-Verbot und mahnt zur Wachsamkeit

Der Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Mittelsachsen und SPD-Landesvorstandsmitglied Henning Homann zum heutigen Verbot des rechtsextremen Vereins „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ):

„Das Verbot war überfällig. Die HDJ hat über viele Jahre Kinder und Jugendliche in zum Teil paramilitärischen Ferienlagern an nationalsozialistische und rassistische Ideologien herangeführt. Hier durften wir als demokratischer Rechtsstaat nicht weiter zugucken“ begrüßt Henning Homann die Entscheidung des Bundesinnenministeriums. Es sei entsetzlich, was rechtsextreme Eltern ihren Kindern zugemutet hätten, um sie politisch zu indoktrinieren. Dies grenze an Kindeswohlgefährdung und sei auch strafrechtlich zu verfolgen.

Die „Heimattreue Deutsche Jugend“ war in den vergangenen Jahren immer wieder durch Kinder- und Jugendferienlager sowie Sport- und Kulturveranstaltungen mit eindeutig nationalsozialistischen Inhalten aufgefallen, in denen Kinder und Jugendliche mit fragwürdigen Methoden an nationalsozialistische Werte und Ideologien herangeführt wurden. In den vergangenen Jahren war deshalb wiederholt das Verbot der HDJ gefordert worden.

Gleichzeitig mahnt der SPD-Politiker zu Wachsamkeit. Die Verbote der Neonazikameradschaften Skinheads-Sächsische-Schweiz und Sturm 34 hätten gezeigt, dass rechtsextreme Netzwerke trotz Verbots weiter funktionierten und ihre Arbeit fortsetzten. „Die HDJ kann selbst als Nachfolgeorganisation der 1994 verbotenen rechtsextremen Wikingjugend bezeichnet werden“ stellt Homann klar. „Es ist zu befürchten, dass versucht wird die HDJ unter einem neuen Namen fortzuführen. Wir dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen und müssen die zu erwartenden HDJ-Nachfolgeorganisationen konsequent verfolgen“, fordert Homann ein entschlossenes Vorgehen der Polizeibehörden.

Grundsätzlich müsse klar sein, dass Verbote nicht die gesellschaftliche Auseinandersetzung ersetzten. „Rechtsextreme Einstellungsmuster reichen bis in die Mitte unserer Gesellschaft. Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit bedürfen einer breiten Kultur des Widerspruchs, auch und gerade im Alltag“, so Homann. Dazu sei es wichtig eine aktive Zivilgesellschaft zu fördern und demokratiefördernde Projekte zu unterstützen.

Henning Homann engagiert sich selbst im Vorstand des 2008 mit dem Sächsischen Demokratiepreis ausgezeichneten Vereins Treibhaus e.V. in Döbeln.

Weitere Informationen zum Thema Rechtsexremismus in Sachsen finden Sie unter: www.endstation-rechts-sachsen.de sowie unter WIRÜBERUNS/Netzwerke/Rechtsextremismus

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